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Westfassade

Im Westen der Kirche erhebt sich die Fassade. Größtenteils schmucklos und nüchtern gehalten, begrenzt sie mit den gegenüberliegenden niedrigen Profanbauten die leicht abschüssige Straße.Die flache Giebelfassade wird durch zwei markante, stark hervortretende Strebepfeiler betont, die bis in halbe Höhe der Giebelwand emporgezogen sind. Durch diese vertikalen Baustrukturen wird die Stirnseite der Kirche in drei Achsen gegliedert, so dass ein schmaler Mittelteil und zwei etwas breitere Flanken entstehen. Die Ecken der Fassade sind zusätzlich mit kleineren Strebepfeilern in diagonaler Position besetzt. Die Strebepfeiler dienen vorwiegend dem statischen Halt der Stirnseite. Zum anderen bewirken sie durch ihre Vertikaltendenz bzw. durch ihr gliederndes und rahmendes Linienprogramm eine Ausgewogenheit des sonst allzu breit gelagerten Wandkontinuums. Die Horizontalgliederung der Fassade übernehmen ein Sockelband sowie Kaffgesimse. Der Sockel wird wie das untere Kaffgesims um die Strebepfeiler herumgeführt, während das obere Gesims geradlinig hinter diesen verläuft. In der Symmetrieachse der Fassade sind die hauptsächlichsten Binnenmotive angeordnet:

Ein spitzbogiges Portal mit modernen bronzenen Türflügeln, dessen Motiv das himmlische Jerusalem mit seine zwölf Toren und eine Himmelsleiter zeigt, dient als Haupteingang der Stadtpfarrkirche. Ein ebenfalls spitzbogiges, dreigeteiltes Maßwerkfenster mit tiefem Gewände in der Achse zum Hauptportal durchbricht die darüber befindliche Wandpartie.

Im Winkel zwischen dem linken Strebepfeiler und der äußeren nordwestlichen Langhausecke erhebt sich ein kleines zweigeschossiges Treppentürmchen auf rundem Grundriss. Sein Helm hat die Form eines Steinkegels, der von einer Kreuzblume bekrönt wird. Im Rundtürmchen geleitet eine Wendeltreppe den Besucher zur Orgelempore. Zutritt zum Türmchen gewährt eine Tür mit geradem Sturz, in den die Namen des Pfarrers und des Kirchenpflegers sowie die Jahreszahl 1672 eingemeißelt sind. Als asymmetrische Komponente bewirkt das Türmchen eine gewisse Spannung im Gesamtkonzept der Fassade. Gegenüber den kantigen Wandgliedern und dem flächigen Hintergrund bildet es das plastische Leitmotiv an der Stirnseite.